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Medienkompetenzförderung in Nordniedersachsen

Archive for März, 2010

Landesjugendring fordert mehr Engagement für Medienarbeit

23. März 2010

Unter dem Titel “Chancen der Medienpolitik und Medienpädagogik nutzen” fordert die 33. Vollversammlung des Niedersächsischen Landesjugendrings eine deutliche Stärkung des öffentlichen Engagements in Bezug auf die Förderung der Medienkompetenz.

Zitatauszug:

Der Landesjugendring Niedersachsen fordert konkret:
  • Der Erwerb von Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen muss in der schulischen und außerschulischen Bildung fester Bestandteil sein. Dabei geht es weniger um das Vermitteln von technischen Fertigkeiten. Kinder und Jugendliche müssen lernen können, Informationen zu erschließen und zu bewerten. Sie müssen Potenziale vielfältiger Medientypen erkennen und sie gestalten können.
  • Lehrkräfte, Erzieher-innen und in der Jugendarbeit Tätige brauchen mehr Angebote für ihre medienpädagogische (Weiter-) Qualifizierung, die staatlich gefördert werden müssen. In der Ausbildung von hauptund ehrenamtlichen Mitarbeitenden im schulischen und außerschulischen Jugendhilfebereich muss Medienpädagogik einen höheren Stellenwert bekommen. Auch Eltern müssen in die Lage versetzt werden, das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen medienkompetent zu begleiten.
  • Es ist notwendig, dass Kinder und Jugendliche unabhängig vom Wohnort und der sozio-ökonomischen Situation kostenfreien Zugang zum Internet haben. Der Ausbau der Breitbandnetze – vor allem im ländlichen Raum und in strukturschwachen Gebieten – muss deutlich vorangetrieben werden, damit ein flächendeckender, angemessen schneller Zugang zum Internet gewährleistet ist.
  • Beim Zugang zu Informationen spielen Massenmedien wie Hörfunk und Fernsehen nach wie vor eine große Rolle. Im dualen System hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk – gebührenfinanziert – eine wichtige neutrale Rolle in der Demokratie, weil er unabhängig informieren kann. Das betrifft auch die Internetpräsenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die nicht eingeschränkt werden darf. Vielmehr ist es Aufgabe und Pflicht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – gerade im Interesse junger Menschen – bereits erstellte Beiträge in Form eines Wissensarchivs dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Aus Sicht des Landesjugendrings ist jedoch das Modell der Gebührenfinanzierung zu reformieren.
  • Über die Berichterstattung in Funk, Fernsehen und Printmedien hinaus bietet das Internet die Möglichkeiten der Beteiligung. Es durchbricht das klassische Sender-Empfänger-Schema der Medien. Die entsprechenden Elemente zum Mitmachen, Einmischen und Gestalten im Internet können unabhängig von Ort und Zeit zur Verfügung  stehen. Auch für die Jugendverbände ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten der Interaktion, die es zu nutzen gilt.
  • Die Bedeutung sozialer Netzwerke für die Jugendlichen macht es notwendig, junge Menschen für den verantwortungsbewussten Umgang mit ihren persönlichen Daten und den Persönlichkeitsrechten Dritter zu sensibilisieren. Durch die vielen Jugendleiter-innen, die ebenso „digital natives” sind wie die Kinder und Jugendlichen, stehen der Jugendarbeit andere Zugänge zur Verfügung als z.B. Lehrer-inne-n und Eltern. Für die Jugendarbeit bieten sich dadurch medienpädagogische Möglichkeiten, die keine andere Sozialisationsinstanz bieten kann; diese Chancen gilt es zu nutzen.  Darüber hinaus sollten die Verantwortlichen in der Jugendarbeit den Dialog mit Anbietern der Netzwerke suchen. Ziel des Dialogs muss sein, dass Anbieter sozialer Netze hohe Standards bei den Persönlichkeitsrechten, im Datenschutz und im Umgang mit Gefahren für Nutzer-innen einhalten.
  • Es existiert eine Vielzahl medienpädagogischer Projekte mit unterschiedlichem Fokus. Entscheidend ist, dass Angebote, um wirksam sein zu können, auf Nachhaltigkeit angelegt sein müssen: Sie müssen über Projekte hinausgehen und in bestehende Bildungspläne integriert werden. Medieninitiativen, -institutionen und -projekte freier Jugendverbände müssen vorrangig gefördert werden. Ihnen ist der Vorrang vor kommerziellen Angeboten einzuräumen.
  • (…)
  • Jugendmedienschutz ist richtig und wichtig. Medieninhalte und -formen müssen altersgerecht aufbereitet und angeboten werden. Medien für Kinder sollten werbefrei sein. Kinder und Jugendliche müssen in die Lage versetzt werden, ein reflektiertes Nutzer-innenund Verbraucher-innenverhalten zu erlernen.
  • Der Jugendmedienschutz darf nicht durch immer restriktivere Regelungen umgesetzt werden, die die Partizipation junger Menschen an Online-Angeboten und die Gestaltung eigener Webangebote erschweren oder unmöglich machen. Medienkompetenz lässt sich nicht durch das Verbieten von Angeboten erlernen, vielmehr ist die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen notwendig. Die im Arbeitsentwurf vom 07.12.2009 zur Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags vorgesehenen Regelungen entsprechen weder den Erfordernissen eines kompetenzorientierten Jugendschutzes noch den Prinzipien demokratischer und freiheitlicher Kommunikation in einer zukunftsfähigen Welt. Sie bedürfen einer grundlegenden Korrektur.
(Hervorhebungen zum Teil im Original)
Wir schließen uns, als in Niedersachsen ansässige Mobile Medienarbeit, diesen Forderungen an. Sie bekräftigen, nun auf Landesebene, eindeutig unsere, seit Jahren erhobenen Forderungen!

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Erstes Video der Grone-Schul-Reihe online

18. März 2010

In diesem Jahr haben wir eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit der Grone-Schule in Lüneburg begonnen: Die Förderung der Medienkompetenz wird in einem Teil der Qualifizierungskurse fester Bestandteil.

Mit diesem Konzept sind die Grone-Schulen führend, was Art und Umfang des medienpädagogischen Anteils an diesen Qualifizierungen angeht. “Dieses Konzept ist wegweisend, hier werden optimale Bedingungen für die medienpädagogische Arbeit mit jungen Erwachsenen geschaffen” sagt Christian Seiberth, einer der beiden Leiter der Mobilen Medienarbeit. “Die Förderung der Medienkompetenz kann nicht mal schnell so nebenbei passieren. Sie braucht Zeit, Konzentration und einen aktiven Ansatz. Schließlich soll hier das eigene Medienverhalten reflektiert, neue, aktive Nutzungsformen von Medien gelernt und auf die eigene Lebenswelt übertragen werden können” fügt sein Kollege Georg Gunkel-Schwaderer hinzu.

Für den gerade abgeschlossenen ersten Kurs haben sich die beiden Medienarbeiter kräftige Unterstützung eingekauft: Der auf freier Basis arbeitende Medienmacher Claus Bietz ist der Dritte im Medienteam der Falken an der Grone-Schule. “Die optimalen Bedingungen für die Medien-WorkShops: sieben Tage und kleine Gruppen, führt zu einem intensiven Arbeiten an, mit und zum Thema Medien”, so Claus Bietz.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Ein rund 7 minütiger Streifen, der die Situation um das Thema Hartz IV aufgreift und beeindruckend umsetzt: “HARTe Zeiten – Ich und diese eine Erfahrung…” kann mit Klick auf den Filmnamen angesehen werden, oder (bis zum nächsten Produkt) sogar in unserer Seitenleiste oben links… Aber natürlich auch auf dem “langen Weg” durch unser Menü:  ”Veranstaltungen & Projekte” -> “Arbeitsergebnisse aus MedienworkShops” -> “2010″ …

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